Donnerstag, 19. November 2015

Buchtipp: Zo Foß durch Kölle jonn

"Der alternative Wanderführer durch das gesamte Kölner Stadtgebiet"– so lautet der Untertitel – von Helmut Frangenberg schert sich nicht um Touristenakttraktionen wie den Kölner Dom oder die 12 Romanischen Kirchen, sondern präsentiert 14 sehr gut rercherchierte und nachvollziehbare Stadtwanderungen, die überwiegend an nicht ganz so repräsentative, aber ebenso interessante Orte führen. Es geht durch fast jedes Veedel – auf Wanderungen, die zwischen 6,5 und 17 Kilometer lang sind, an einer KVB-Haltestelle starten und enden und immer auch einige Einkehrtipps enthalten. Eine wirklich tolle Sache, um die eigene Stadt (noch) besser kennenzulernen.

Mit Tour 11 kommt man auf dem Weg von Buchforst nach Brück sogar auch durch Kalk. Vorbei geht es an den Köln Arcaden, dem Wasserturm, der Halle Kalk, der Pflanzstelle, dem Kalker Stadtgarten und natürlich an der Kalker Kapelle und der Sünner Brauerei. Zur Einkehr empfohlen wird allerdings nicht die Brauerei, sondern Café Schlechtrimen und Blauer König.

Erwähnen möchte ich auch noch das Vorwort, in dem Helmut Frangenberg das Wesen seines Wanderführers beschreibt und dabei auch eine mögliche Zukunft Kalks streift: "Schönes und Schlimmes, Großes und Mickriges, Heimeliges und Furchteinflößendes – das alles liegt so nah beieinander, dasss es nicht nur überrascht, sondern manchmal auch richtig wehtun kann. Zurzeit wird viel darüber geredet, die Spaltung der Stadt in Arm und Reich zu verhindern und die soziale Mischung im viel besungenen Veedel zu erhalten. [...] Wer Ehrenfeld und Nippes mag, wird nicht in Merheim, Rheinkassel oder Marienburg wohnen wollen. Gleichzeitig wird er einsehen müssen, dass er die Weisheit darüber, wie sich die Stadt entwickeln soll, nicht gepachtet hat. Die Uhren in Porz-Zündorf oder Rodenkirchen ticken anders als in Deutz oder Sülz. Besonders spannend ist es da, wo sich das Alte mit dem Neuen mischt, die Nachbarn noch fremdeln und sich gleichzeitig neugierig wie skeptisch beäugen. Wenn es der Stadt gelingt, die Verdrängung der Alteingesessenen trotz Aufwertung zu vermeiden, werden Mülheim oder Kalk die Orte der Zukunft sein."

Dass das so kommt, steht also noch lange nicht fest - auch wenn die meisten Medien in Kalk schon seit längerem das neue Ehrenfeld sehen. Aber die Hoffnunf stirbt ja bekanntlich zuletzt.